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1. TRAINING
Auch Hunde kommen nicht als Bergfexe auf die Welt. Beständiges, dem Alter des Hundes entsprechendes Training ist, nicht anders als beim Menschen, notwendig, um ihn zum ausdauernden Begleiter zu machen. Ganz wichtig ist dabei zu beachten, dass Hunde in der Knochenwachstumsphase (teilweise bis zu 1, 5 Jahren) auf keinen Fall überbelastet werden sollten, um Entzündungen im Bereich der Wachstumsfuge zu verhindern und die Gelenke zu schonen, die im Welpen- und Junghundealter noch nicht stabil sind.
2. VERSTÄNDNIS FÜR NATUR & BERGWELT
Beim Hundehalter muss das Wissen und Verständnis geweckt werden, dass der Wald und die freie alpine Natur keine beliebigen Tollräume für Hunde sind, wo sie leinenlos herumrennen können. Dem Hund müssen in dieser Umgebung von Beginn an klare Grenzen gesetzt werden.
3. BEHUTSAME AUTO-ANREISE
Bergstraßen sind oft sehr kurvig. Auch Hunden kann dabei schlecht werden. Daher, um ein unangenehmes, negativ prägendes Erlebnis für den Hund zu vermeiden und, um danach nicht Autoputzen zu müssen, sollten Bergstraßen behutsam hinauf und hinunter gefahren werden.
4. SEILBAHN-FAHREN ÜBEN
Kabinenbahnen, Seilbahnen und Sessellifte sind nicht das natürliche Terrain, auf dem sich Hunde sicher bewegen. Hier hilft nur entspanntes, stressloses Üben. Achtung - Anspannung und Sorge beim Menschen, ob das wohl gut geht, färben unmittelbar auf den Hund ab. Grundsätzlich gilt: Kabinenbahnen mit 4 bis 8 Plätzen sind kein Problem. Wenn der Hundehalter souverän vorgeht, dann folgt ihm der Hund. Andere Mitfahrer sind hier aber zu vermeiden. Große Seilbahnkabinen können zum Problem werden, wenn diese sehr voll sind. Denn dann bekommt der Hund die Hektik und den Stress der Mitfahrenden unmittelbar vermittelt und reagiert insbesondere mit Bellen.
5. AM SESSELLIFT NUR MIT AUSREICHENDER SICHERUNG
Sessellifte sind mit dem richtigen Geschirr, um den Hund fixieren und gut festhalten zu können, kein Problem. Hier lohnt es sich, bei wenig Betrieb und in Absprache mit den Lift-Mitarbeitern zu üben. Notwendig ist für Sesselliftfahrten ein stabiles Brustgeschirr mit Karabiner, um den Hund am Sessel zu fixieren. Abzulehnen ist ein Halsband. Außerdem sollte der Hund großes Vertrauen zum Hundehalter und auch kein Problem damit haben, wenn er festgehalten wird.
6. FELSIGEN UNTERGRUND VERMEIDEN
Felsen sind genauso unangenehm für Hunde wie Asphalt oder Beton. Kürzere Felspassagen sind kein Problem, aber stundenlang in sehr felsigen Gegenden oder im Geröll zu gehen, begeistert Hunde nicht, weil die Pfoten verletzt und abgeschürft werden können.
7. BEGEGNUNG MIT KÜHEN & CO
Andere Tiere gehören im Wald und auf der Alm zum Alltag. Ob andere Hunde, Hasen, Rehe oder weidende Kühe - sie alle sind Ablenkungen, die jeden Hund reizen. Hier eine Desensibilisierung des Hundes gegenüber allen anderen Tieren zu erreichen, steht im Mittelpunkt. Dabei hilft es etwa, bereits mit Welpen oder zumindest im Junghundealter öfters und völlig stressfrei Tierparks oder Streichelzoos aufzusuchen.
Zentral ist auf der Alm und in den Bergen, dass der Hund angeleint ist und sobald Tiere sichtbar werden, kurz gehalten wird. Denn sobald ein anderes Tier davonläuft, will der Hund wegen seines Spiel- oder Jagdtriebs nachlaufen. Das gilt es zu verhindern. Insbesondere bei Kühen ist es essenziell, dass der Hund nicht bellt und Halter wie Hund ruhig und ohne Aggression oder Stress zügig weitergehen. Fühlen sich die Kühe durch den Hund nicht bedroht und kommen ihnen Hund wie Halter nicht zu nahe, dann gibt es in der Regel keine Probleme. Sollte es möglich sein, so ist das Umgehen einer Weide, auf der sich Mutterkühe und ihre Jungtiere befinden, auf jeden Fall ratsam, denn es ist nicht abschätzbar von welchen bisherigen Erlebnissen mit Hunden die Kühe geprägt sind. Stehen Kühe direkt am Weg und man kann ihnen nicht mit Respektabstand ausweichen, so sollte man keinesfalls durch die Gruppe von Kühen hindurchmarschieren. Es macht Sinn, den Hund deutlich entfernt anzuleinen und alleine vorauszugehen, um mit einem Holzstock, aber ohne jede Aggression, ganz so wie es der Bauer auch machen würde, die Kühe zur Seite zu treiben.
8. HÖHE BEDENKEN & WOHLTUENDE HÖHE GENIESSEN
Wenn die Luft dünner wird, dann spüren das auch die Hunde, das sollte jeder Hundehalter bedenken. Also - wenn man selbst höhenbezogene Kurzatmigkeit spürt, dann kann man davon ausgehen, dass es dem Hund ähnlich geht.
Gleichzeitig bietet die Höhe dem Hund aber viele wohltuende Nebeneffekte. Hunde „schwitzen“ nur über ihre Zunge und ihre Fußballen, daher ist kühlere Luft für sie eine Wohltat. Und die klare, kaum staubige, autoabgasfreie Luft tut den sensiblen Nasen der Hunde sehr gut.
9. ZU GROSSE HITZE VERMEIDEN
Da, wie gesagt, Hunde nur über ihre Zunge und die Fußballen „schwitzen“, sind ambitionierte Bergtouren bei zu großer Hitze zu vermeiden. Die Kombination von großer Hitze und starker Anstrengung ist für die Hunde besonders schlecht.
10. REGELMÄSSIGES TRINKEN
Auch Hunde haben Durst. Je nach Gelände und ob natürliches Wasser vorhanden ist oder nicht, sollte man auch für den Hund ausreichend zu trinken mitnehmen. Ein Trick ist, ins mitgebrachte Wasser etwas Kaffeesahne zu geben, dann wird es von den Hunden leichter getrunken.
Bäche sollten immer zum Trinken genützt werden, doch wenn das Wasser sehr kalt ist, kann das für den Hund, bei zuviel Gier, ungute Folgen insbesondere Gastritis und Halsschmerzen haben. Bäche können überdies sehr gut für ein abkühlendes Bad genützt werden, doch Vorsicht bei reißenden, steilen oder strömungsstarken Gebirgsbächen.
11. BELOHNUNGEN PLANEN
So wie sich der Mensch auf eine Jause am Gipfel freut, so braucht auch der Hund seine Belohnungen. Wurde ein besonders steiles Stück, eine schwierige Passage o.ä. gemeistert, dann ist es an der Zeit, den Hund mit einem Leckerli zu belohnen. Neben der Jause für die Zweibeiner sollte man natürlich auch Futter für den Hund mithaben.
12. ERHOLUNG SICHERSTELLEN
Trainierte Hunde sind enorm leistungsfähig. Doch unendlich belastbar sind sie nicht. Hohe Belastungen sorgen auch bei Hunden für einen sehr hohen Adrenalinspiegel. Bis dieser sich wieder normalisiert hat, kann es bis zu zwei Tage dauern. Daher sind Ruhepausen dem Vierbeiner zuliebe einzuhalten.
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